Platz für alle in der Innenstadt – ja, und bitte auch an andere denken

Das Vorhaben, unsere Innenstadt mit neuen Zugangs- und Erlebnismöglichkeiten aufzuwerten, ist für sich gesehen lobenswert, birgt aber die große Gefahr, das „Kind mit dem Bade auszuschütten“. Die Innenstadt ist von einem dichten Netz an Wegen und Plätzen durchzogen (circa neun Hektar), die in öffentlichem Eigentum sind. Viel größer und umfangreicher ist jedoch das private Eigentum, das uns in Form schicker, zeitgemäßer Fassaden, Einkaufsräumlichkeiten, Arztpraxen und Büroräumen sowie Wohnraum für knapp 1000 Menschen entgegenlacht.

Hier ist Kapital in Höhe von Hunderten Millionen gebunden. Es wurde investiert, weil die privaten Eigentümer davon ausgehen, über eine langfristige Nutzung dieser Räumlichkeiten ihre Investitionen hereinspielen zu können. Eigentum verpflichtet; es ist aber auch schützenswert. Die öffentlichen Wege und Plätze und deren zukünftige Nutzungsmöglichkeiten, über die der Gemeinderat zu befinden hat, sind die Lebensadern für das Privateigentum der Innenstadt.
Dies kann bei negativen Entscheiden – wie eine vollständig autofreie Innenstadt - fatale langfristige Folgen haben: Keine Anschlussinvestitionen in die Erneuerung der innerstädtischen Bausubstanz – Beispiele haben wir ja bereits.

Das Ausbluten der Innenstädte wird dann zur unumkehrbaren Realität und heruntergekommene Gebäude sind keine Freitzeitattraktion für Stadtbesucher in zehn bis 20 Jahren. Alle sollten ihre Verantwortung sehr ernst nehmen.

Wir sind dabei.

Kontakt: Dr. Otmar M. Weigele